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Eine halbe Million Euro für Digitalität in der Region

25. Februar 2020

Drei Projekte aus Bremen und Niedersachsen erhalten den Zuschlag

Jedes Jahr im Frühjahr entscheidet der Vorstand der Metropolregion Nordwest über die Vergabe der Mittel aus dem Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen an regionale Kooperationsprojekte. Zum Schwerpunktthema Digitalisierung lagen dem Gremium sechs Projektanträge mit einem Gesamtkostenvolumen von anderthalb Millionen Euro vor. Drei dieser Projekte können sich über einen Zuschlag in Höhe von rund 490.000 Euro freuen. „Digitalisierung ist die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit aller: ob für das einzelne Unternehmen, für die Attraktivität und Effektivität von Kommunen und Verwaltung oder aber auch für Komfort und Sicherheit eines jeden einzelnen.“, so Landrat Jörg Bensberg, 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest. „Die drei ausgewählten Projekte verbindet insbesondere der hohe Praxisbezug bei gleichzeitiger Modellhaftigkeit. Zudem zeigen alle drei auf, welches Innovationspotential durch Kooperation gehoben werden kann.“ Die drei Gewinnerprojekte hatten sich zunächst in einem Ideenwettbewerb gegen mehr als 30 andere Projektideen durchgesetzt und waren gemeinsam mit vier weiteren Projekten in die Endauswahl gekommen.

Die fortschreitende Digitalisierung hält insbesondere auch Chancen in der Prozessoptimierung in nahezu allen Wertschöpfungsketten bereit. Das Projekt Wasserstofftechnologie Business Process Management Modeling (H2BPMM) der Hochschule Bremerhaven ermittelt beispielhaft anhand eines Genehmigungsprozesses einer Wasserstofftankstelle, in welcher Form Informationsbedarfe in konkrete Prozessmodelle eingearbeitet und benötigte Informationen neu verknüpft werden können. An welchem Ort werden zu welchem Zeitpunkt welche Informationen von wem benötigt? Welche kommunalen und landesspezifischen Regulierungen im Gebiet der Metropolregion Nordwest gilt es im Prozess zu berücksichtigen? Neben einem wesentlichen Beitrag für nachhaltige Mobilitäts- und Logistikprozesse auf Wasserstoff-Basis in der Metropolregion Nordwest liefern die Projektergebnisse aufgrund ihrer Modelhaftigkeit auch wertvolle Impulse für weitere e-Government-Prozesse. Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen: „Für die Menschen in der Region, für die Verwaltung und für die regionale Wirtschaft ist es von großem Interesse, die Prozesse bei Antragstellungen digitalisiert und damit schneller und effizienter zu gestalten. Insbesondere beim Thema neuer Antriebstechniken und -lösungen stehen wir auch in direkter Konkurrenz zu anderen Regionen, so dass es hier besonders wichtig wird, Verfahren und Prozesse zu optimieren.“ Der Abschluss des Projekts ist für das Jahr 2022 geplant.

Das Projekt Telemedizinische Konsultationsnetzwerk (TelKonNet) Metropolregion Nordwest des Klinikums Oldenburg, dessen Ziel der Aufbau einer facharztübergreifenden, wohnortunabhängigen Versorgung der PatientInnen ist, nutzt die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung für die Patientenversorgung. Über eine neu geschaffene Plattform wird es Not-, Fach- und HausärztInnen ermöglicht, sich untereinander über die jeweiligen Patientenbefunde auszutauschen und diese, falls benötigt, einer telemedizinischen Behandlung zuzuführen. Durch die Einbindung von Krankenhäusern, Pflege- und Rehaeinrichtungen sowie weiteren Gesundheitsdienstleistern leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur allumfassenden Gesundheitsversorgung in der gesamten Region. „Eine qualitativ hochwertige und niedrigschwellige medizinische Versorgung ist einer der Grundpfeiler für eine lebenswerte, attraktive und gesunde Metropolregion. Die fortschreitende Digitalisierung ebnet gerade in diesem Bereich vielen Innovationen den Weg. Das Telemedizinische Konsultationsnetzwerk ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sehr Digitalisierung Menschen nützen kann und Leben rettet“, äußerte sich Birgit Honé, Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung. Sie freue sich sehr auf den Projektbeginn.

Selbstverständlich nutzen Menschen bereits heute die ihnen zur Verfügung stehenden digitalen Werkzeuge, aber um die Auswirkungen und Veränderungsprozesse, sowohl für die Gesellschaft als auch für die Arbeitswelt zu erfassen und zu verstehen, bedarf es noch mehr. Das Projekt „Galatea – oder die Mutter von Siri, Alexa und OK Google“ der bremer shakespeare company zielt darauf, diese Prozesse verständlich darzustellen und das Verstehen zu unterstützen. Gemeinsam arbeiten WissenschaftlerInnen, Arbeitgeber- oder ArbeitnehmerInnen sowie KünstlerInnen in einem Kreativprozess an den Herausforderungen, Chancen und Risiken in den einzelnen Wirtschaftsbranchen und erarbeiten interdisziplinär mögliche Lösungsansätze. Diese Ansätze sowie die im Prozess gewonnenen Erfahrungen bilden abschließend die Grundlage einer interaktiven Theaterinszenierung. „Der interdisziplinäre Ansatz bildet eine hervorragende Grundlage für die so eminent wichtigen Wissenstransfers rund um den Megatrend Digitalisierung. Chancen werden konkretisiert und Unsicherheiten, insbesondere mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen, unter Zuhilfenahme der Kreativwirtschaft genommen“, so Harald Emigholz, Vize-Präses der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven und 2. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest.

Ideenwettbewerb 2021: Mobilität der Zukunft

Nach der Förderrunde ist vor der Förderrunde: nach den sehr erfolgreichen und in der Region sehr gut angenommenen ersten Ideenwettbewerben für die Förderrunden in 2019 und 2020 setzt die Metropolregion Nordwest das Format auch für 2021 fort. Anfang März startet die Ausschreibung des neuen Ideenwettbewerbs zum Thema Mobilität der Zukunft. Zu diesem Förderschwerpunkt sucht die Metropolregion Nordwest innovative und kooperative Projekte, die sich insbesondere durch Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit auszeichnen und so den funktionalen Wirtschafts- und Lebensraum aktiv mitgestalten. Gesucht werden Projektideen zu neuen Mobilitätsformen und -technologien, zur Verbesserung der Erreichbarkeit, zur Logistik der Zukunft, zu demografischen Auswirkungen aber auch zu Qualifizierung und Weiterbildung in diesem Bereich – und viele mehr. „Mobilität und Erreichbarkeit sind unverzichtbar für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe“, so Dr. Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest. „Mit Blick auf den Klimawandel und die natürliche Begrenzung der Ressourcen bedarf es einer intelligenten, nachhaltigen und verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsentwicklung sowie engagierter Akteurinnen und Akteure, die sich diesen Herausforderungen stellen.“

Die im Ideenwettbewerb „Mobilität der Zukunft“ ausgewählten Projekte können sich für eine Förderung aus dem Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen bewerben, der mit jährlich 520.000 Euro ausgestattet ist. Für die Erstellung eines Vollantrags erhalten die Preisträger des Ideenwettbewerbs jeweils 4.000 Euro. Weitere Informationen ab Anfang März unter: www.metropolregion-nordwest.de/ideenwettbewerb.

NordWest Awards 2020: Von der Region für die Region

Vor knapp zwei Wochen endete die Ausschreibungsphase der NordWest Awards 2020, mit denen auch in diesem Jahr insgesamt vier herausragende Ideen der Preisträgerinnen und Preisträger mit jeweils 10.000 Euro prämiert werden. 110 Bewerberinnen und Bewerber erwarten nun voller Spannung die Anfang April stattfindende Jury-Sitzung, in der die Entscheidungen fallen, welche Projekte mit einem der begehrten Awards ausgezeichnet werden. Die Preisgelder der unter dem Dach der NordWest Awards vereinten Ausschreibungen werden von drei starken regionalen Partnern ausgelobt: die NORD/LB, die hkk Krankenkasse sowie die Nehlsen AG suchen gemeinsam mit der Metropolregion Nordwest die Besten im Nordwesten. „Die von den Unternehmen zur Verfügung gestellten Preisgelder der NordWest Awards sind für aufstrebende Ideen eine attraktive Anschubfinanzierung. Darüber hinaus schenken die Imagefilme und die feierliche Preisverleihung den Gewinnerprojekten wertvolle Aufmerksamkeit. Die Metropolregion macht somit einmal mehr herausragende Leistungen sichtbar und schafft Anreize für innovative Konzepte - für die regionale Wirtschaft sind das wichtige Impulse!“, so Dr. Thomas Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK, Vorsitzender des Vereins Wirtschaft pro Metropolregion und Jury-Mitglied für die Awards in 2020. Weitere Informationen zu den Finalisten des NordWest Award 2020, des GesundheitsAward Nordwest 2020 und des NachhaltigkeitsAward Nordwest 2020 ab Anfang April unter: www.metropolregion-nordwest.de/FinaleNWA2020.

Ansprechpartner

Benjamin Dose, Metropolregion Nordwest
04221 99-1909